Strom sparen Haushalt

Energiespar-Tuning für die Heizsaison

Deutschlands Heizkessel sind im Schnitt 24 Jahre alt und verbrauchen meist zu viel an Energie. Ein kostengünstiges „Heizungstuning“ hilft schon vor dem Kesseltausch beim Energiesparen.

Tuning-Tipp Nr. 1

Rauschen, Gluckern, und trotzdem wird die Heizung nicht warm? Schuld daran ist das Heizungssystem. Laut Energiesparportal CO2Online sind bis zu 90 % der deutschen Heizanlagen hydraulisch nicht oder nicht richtig „abgeglichen“. Das Heizwasser wird dadurch ungleichmäßig verteilt und die Heizanlage kann nicht optimal arbeiten. Voreinstellbare Thermostatventile sorgen für gleichmäßigen Druck im Heizsystem. Doch Vorsicht: Behelfslösungen wie die Erhöhung der Pumpenleistung, der Heizwassermenge oder der Vorlauftemperatur bringen nur kurzfristig Besserung bei der Energieversorgung, und der Energieverbrauch steigt weiter. Dabei kostet ein ordentlich durchgeführter hydraulischer Abgleich je nach Aufwand nur zwischen 400 und 1.000 Euro. Bis zu 110 Euro jährlich kann man in einem Einfamilienhaus damit einsparen. Ein Gespräch mit dem Vermieter oder dem Heizungsfachmann kann wieder Ruhe ins System bringen und gleichzeitig die Energieversorgung effizienter gestalten.

Tuning-Tipp Nr. 2

Durch eine fehlende Wärmedämmung an den Warmwasser- und Heizleitungen gehen bis zu 15 % Wärme verloren. Hier lässt es sich besonders günstig sparen, denn eine wirksame Leitungs- und Armaturenisolierung – besonders in unbeheizten Bereichen – ist sehr günstig durchzuführen. Doch auch in beheizten Räumen ist die Leitungsdämmung sinnvoll. Sie verhindert eine unkontrollierte Wärmeabgabe und verbessert damit die Effizienz von Raumregelungen bzw. Thermostaten. Übrigens: Am besten die Kaltwasserleitungen gleich mit isolieren. Das verhindert Schwitzwasser und damit eine mögliche Schimmelbildung.

Tuning-Tipp Nr. 3

Ältere Zirkulationspumpen am Heizkessel sind oft völlig überdimensioniert. Heute gilt die Faustregel: 0,5 Watt Leistungsaufnahme pro Quadratmeter. So können elektronische Hocheffizienzpumpen je nach Heizanlage 100 bis 150 Euro Strom einsparen und amortisieren sich schon nach wenigen Jahren. Je nach Modell gibt es sie schon für etwa 350 bis 500 Euro. Manche Pumpen verfügen über eine automatische Abschaltfunktion bei Abwesenheit. Selbst lernend registrieren sie die  Warmwassernutzungszeiten im Haus und schalten bei Abwesenheit ab. Das spart neben dem Strom für die Pumpe auch die Heizenergie für unnötig zirkulierendes Warmwasser. Bewusstes Handeln bei der Energieversorgung schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel des Vermieters sowie des Mieters.

Tuning-Tipp Nr. 4

Eine bequeme Energiesparmaßnahme ist der Einbau von programmierbaren Heizkörperreglern. Manche Ausführungen lassen sich komfortabel über einen USB-Stick programmieren, sodass die Eingabe einfach über den PC erfolgt. Bei Abwesenheit senken sie automatisch die Raumtemperatur ab, und bei der Rückkehr ist es mollig warm. Das spart bis zu 10 % Heizenergie. Neben Kindersicherung, Urlaubs- und Frostschutzfunktionen verfügen manche Regler über eine „Fenster-offen-Erkennung“, die bei Temperaturabfall im Raum für kurze Zeit abregelt. Die Montage erfolgt einfach durch den Austausch der Thermostatköpfe. Neuerdings sind auch fernsteuerbare Systeme im Angebot. Und der praktische Nebeneffekt: Bei einem Umzug können sie einfach mitgenommen werden.